Dry-Eye-Screening bei Hören&Sehen

Das Trockene Auge – auch als Dry-Eye-Syndrom bekannt – zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Augenoberfläche und betrifft weltweit zahlreiche Menschen. Ursache ist meist eine gestörte Tränenproduktion oder eine veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms. In der Folge kommt es zu Trockenheitsgefühl, Brennen, Reizungen oder sogar Entzündungen.

Die Beschwerden können von leichtem Fremdkörpergefühl bis hin zu verschwommenem Sehen reichen und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Aufgrund der weiten Verbreitung und der möglichen Auswirkungen auf Wohlbefinden und Sehqualität ist eine frühzeitige Erkennung durch ein gezieltes Screening besonders wichtig.

Bedeutung des Dry-Eye-Screenings

Ein Screening auf das Trockene Auge dient dazu, mögliche Anzeichen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu empfehlen. Da die Beschwerden häufig unspezifisch sind und oft als normale Alterserscheinung wahrgenommen werden, bleibt das Problem nicht selten unentdeckt und unbehandelt.

Durch eine frühzeitige Überprüfung können Hinweise auf eine bestehende Störung des Tränenfilms erkannt und das Fortschreiten der Beschwerden positiv beeinflusst werden. Die endgültige Diagnose erfolgt durch einen Augenarzt. Im Rahmen des Screenings werden relevante Anzeichen erfasst und – falls erforderlich – eine entsprechende Empfehlung zur weiteren Abklärung ausgesprochen.

Methoden des Dry-Eye-Screenings

Im Rahmen eines Screenings stehen unterschiedliche Untersuchungsmethoden zur Verfügung, mit denen sich Hinweise auf ein Trockenes Auge erkennen und dessen Ausprägung einschätzen lassen. So kann gezielt beurteilt werden, ob und in welchem Umfang eine Beeinträchtigung des Tränenfilms vorliegt.

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Fragebögen zur Selbstauskunft

Fragebögen wie der Ocular Surface Disease Index (OSDI) oder der Dry Eye Questionnaire (DEQ-5) werden häufig eingesetzt, um die subjektiv wahrgenommenen Beschwerden der Patientinnen und Patienten systematisch zu erfassen. Sie liefern eine erste Einschätzung der Symptomatik und geben Aufschluss darüber, ob eine weiterführende Untersuchung sinnvoll ist.

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Tränenfilmaufrisszeit (Tear Break-Up Time, TBUT)

Bei dieser Untersuchungsmethode wird die Stabilität des Tränenfilms überprüft. Dabei misst man die sogenannte Aufrisszeit – also die Zeitspanne, bis der Tränenfilm nach dem Blinzeln erste Unterbrechungen zeigt. Liegt dieser Wert unter 10 Sekunden, spricht das für eine Instabilität des Tränenfilms und kann auf ein Trockenes Auge hinweisen.

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Lipidlayer-Messung

Mit dieser Untersuchungsmethode wird die Dicke und Beschaffenheit der Lipidschicht des Tränenfilms analysiert. Ist diese Schutzschicht nicht ausreichend ausgeprägt, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller – ein möglicher Auslöser für die Entstehung eines Trockenen Auges.

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Oberflächenfärbung

Durch den Einsatz von Fluoreszein- oder Lissamingrün-Färbungen lässt sich die Augenoberfläche gezielt beurteilen. Auf diese Weise können mögliche Schädigungen oder entzündliche Veränderungen sichtbar gemacht werden, die im Zusammenhang mit einem Trockenen Auge stehen können.